Ostseebad Göhren

Der 1165 zum ersten Mal urkundlich erwähnte Ortsname Göhren kommt aus dem slawischen Sprachkreis. „Gora“ bedeutet „Berg“ und wer Göhren besucht, versteht sofort, warum dieser Name so zutreffend ist. Von sanften Hügeln, ausgedehnten Wäldern und an zwei Seiten vom Meer umgeben, liegt das Ostseebad Göhren auf einer für rügensche Verhältnisse stolzen Anhöhe. Bei schönem Wetter ist ein toller Weitblick garantiert! Die ganze landschaftliche Vielfalt der Halbinsel Mönchgut kann man von hier oben überblicken. Übrigens war Göhren wie das übrige Mönchgut auch von 1252 bis 1534 im Besitz des Zisterzienser-Klosters Eldena bei Greifswald. Daher rührt denn auch der Name dieses zauberhaften Landstrichs.


Mitten im Biosphärenreservat Südost-Rügen gelegen, hat sich Göhren bis heute viel von seinem nostalgischen Charme bewahrt. Es erwartet Sie eine gelungene Mischung aus Fischerdorf-Idylle und Urlaubs-Paradies. Viele Stammgäste schätzen und genießen die Geborgenheit und familiäre Atmosphäre. Beim Bummel durch das Ostseebad spürt man auf Schritt und Tritt den Glanz vergangener Zeiten. Die im Stil der Bäderarchitektur gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts erbauten Häuser erstrahlen heute dank liebevoller Restaurierung wieder in neuem Glanz. Überall entdecken Sie bei Ihrem Spaziergang die schneeweißen Villen mit ihren verspielten Schnitzereien an Balkonen, Veranden und Giebeln, mit den herrlich verschnörkelten Säulen, Erkern und Türmchen. Ein ganz typisches Beispiel für die Bäderarchitektur ist das „Haus Hohenzollern“ in der Waldstraße. Wirklich wunderschön anzuschauen sind die Loggien, die Balkone und vor allem der filigrane Giebel.


Beim Streifzug durch den Ort stoßen Sie aber immer wieder auch auf urige, rohrgedeckte Fachwerkbauten. Jetzt sind Sie schon auf den Spuren der Göhrener Museen, denen Sie unbedingt einen Besuch abstatten sollten. Das Heimatmuseum, in dem die geschichtsträchtigen Besonderheiten der Halbinsel Mönchgut zu sehen sind, ist nur einen Katzensprung vom Museumshof entfernt, wo Sie eine große Sammlung historischer Kutschen, Wagen und Arbeitsgeräte bestaunen können. Aber auch an ihren verschiedenen anderen Standorten zeugen die Mönchguter Museen vom harten und bescheidenen Leben der Fischer-Bauern und natürlich vom Badeleben anno dazumal.


Schon 1878 wurde der idyllische Fischerort zum Ostseebad ernannt und auch die Schmalspurbahn, die Urlauber wie Einheimische heute liebevoll „Rasender Roland“ nennen, ließ nicht mehr lange auf sich warten. Seit 1899 dampft sie von Putbus durch die Ostseebäder bis zu ihrem Umkehrpunkt in Göhren. Übrigens bietet es sich hier wirklich einmal perfekt an, das Auto stehen zu lassen und eine kombinierte Bahn-/Schiffstour zu unternehmen. Von der 1993 neu gebauten Landungsbrücke aus stechen Sie z.B. über Sellin nach Binz in See und kommen voller schöner Eindrücke mit dem Rasenden Roland wieder zurück.


Neben einem alten, überwachsenen Hügelgrab aus der Bronzezeit, dem „Speckbusch“, ragt die doppeltürmige Kirche auf. In Richtung Osten sieht man das Göhrensche Höft, eine bis zu 60 Meter hohe Hügelkette und ideales Wanderrevier. Bei gutem Wetter reicht der Blick bis hinüber zu den Kreidefelsen Jasmunds oder zur Insel Usedom.


In Göhren liegt übrigens auch der östlichste Punkt der Insel Rügen, das Nordperd. Der bewaldete, fast 60 Meter hohe Moränenzug, der mit bizarren Steilwänden ins Meer hineinragt, beschert dem Ort zwei schöne Strände. Der Südstrand in Richtung Lobbe gilt als Geheimtipp, weswegen hier vor allem die Einheimischen baden.


Wer es ein wenig turbulenter mag, ist am drei Kilometer langen, feinsandigen Nordstrand bestens aufgehoben. Vom bequemen Strandkorb das Badetreiben beobachten oder auf der 2002/2003 wunderschön hergerichteten Bernsteinpromenade, die 2003 sogar offizieller Außenstandort der IGA war, flanieren – Sie haben die Wahl. Im Bereich des Hauptstrandes und des Kleinbahnhofes finden sich sehr gut gepflegte Tennisplätze, eine Bowling- und eine Minigolfbahn und sogar eine Tauchschule, bei der Anfänger wie Profis gleichermaßen gut betreut werden. Und seit Göhren vor einigen Jahren die Anerkennung als Kneipp-Kurort erhalten hat und es auch für Heilfasten sowie Kur- und Wellnessaufenthalte vielfältigste Angebote gibt, ist auch ein Aufenthalt außerhalb der Sommersaison immer empfehlenswert.